Lesung: Stephan Thome – Grenzgang

2009 Oktober 29
von meinmarburg

thome-stephan-grenzgang

War heute Abend auf der Lesung vom preisgekrönten Autor Stephan Thome (aspekte Literaturpreis, nominiert für Deutschen Buchpreis), der heute im Cineplex (ja – im Kino!) aus seinem Roman „Grenzgang“ vorgelesen hat. Der Roman spielt in der fiktiven Stadt Bergenstadt, die in Wirklichkeit die mittelhessische Kleinstadt Biedenkopf darstellen soll. In Biedenkopf findet alle sieben Jahre ein dreitägiges Volksfest statt, bei dem traditionell die Grenzen der Stadt abgelaufen werden (und dabei wird natürlich auch ordentlich gebechert! ;) ). Die zwei Hauptprotagonisten Kerstin und Thomas sind beide irgendwie in diese Stadt hineingeraten, hatten aber eigentlich ganz andere Vorstellungen vom Leben. Thomas schwebte eine akademische Karriere vor, während Kerstin sich das Leben alleinerziehende Mutter wohl sicher auch nicht so gewünscht hat…
Viel mehr kann ich inhaltlich eigentlich auch gar nicht sagen, so hat Stephan Thome nur zwei kleinere Ausschnitte aus seinem Werk vorgetragen. Was mir jedoch positiv aufgefallen ist, ist auf jeden Fall seine einfallsreiche und bildgewaltige Sprache. Auch humorvolle und ironische Einstreuungen machen das Buch sicher zu einem angenehmen Leseerlebnis. Leider ist es noch sehr teuer (22,80€ !!!).
Nach der Lesung beantwortete der Autor noch einige Fragen. Ich hatte das Gefühl, dass sehr viele Leute aus Biedenkopf anwesend waren, die dementsprechend auch sehr spezielle Fragen stellten (Warum wird Biedenkopf als fiktive Stadt dargestellt? Gibt es für bestimmte Figuren reale Vorbilder?). Gerade letztere Frage beantwortete der Autor dahingehend, dass der Schulleiter ein reales Vorbild hatte (und dieser ist allen Biedenkopfern dem Gelächter im Publikum zufolge sicher bekannt). Letztendlich hat dieses Buch wahrscheinlich auch (natürlich nicht nur deswegen) so großen Erfolg in Hessen, weil es schon ziemlich viel Lokalkolorit enthält. Und vor allem zeigt Thome eines: Auch die Provinz bietet durchaus Stoff für literarische Werke.

Gastrezension im Farbfilmblog: Dummy

2009 Oktober 24
von meinmarburg

Filme kostenlos anschauen? MyVideo macht's möglich!

Durch einen Tipp meines filmbegeisterten Bruders Lukas habe ich erfahren, dass man auf MyVideo jetzt auch Spielfilme kostenlos im Internet anschauen kann. Ich hab es diese Woche gleich mal selbst getestet und eine Rezension über die Liebeskomödie „Dummy“ mit Adrien Brody und Milla Jovovich für’s Farbfilmblog geschrieben.
Ihr wollt euch den Film auch mal anschauen? Hier findet ihr ihn auf MyVideo!

Buchmesse in Frankfurt

2009 Oktober 17
von meinmarburg

Buchmesse

So, bin noch ziemlich geschafft. Bin gerade von der Frankfurter Buchmesse wiedergekommen. Bereits heute morgen hatte ich schon extra einen (für meine Verhältnisse) frühen Zug um 9.35 Uhr genommen, der allerdings schon schrecklich überfüllt war. Kurzzeitig saß ich in der völlig leeren 1. Klasse, aus der ich vom Schaffner aber auch wieder mit anderen, die es auch probiert hatten, rausgeschmissen wurde. Tja, die Bahn. Nicht gerade flexibel. Auf dem Gang drängten sich die Fahrgäste, die Verhältnisse wurden schon mit einem Viehwagen verglichen. Naja. Dementsprechend wurde der Schaffner auch ein paar Mal angepöbelt. Auf der einen Seite lustig, auf der anderen Seite konnte der einem irgendwie auch Leid tun. Die Herrengruppe neben mir, die , wie ich belauscht hatte, zu einem Fußballspiel der Regionalliga fuhren (jaa, sie haben sich sehr lange über verschiedene Vereine wie Stadtallendorf, Marburg, Kassel…etc. unterhalten!) – ja die schmiedete die ganze Zeit Pläne, wie sie den Schaffner doch noch dazu bringen könnten, dass er die 1. Klasse für alle öffnet. „Kommt, wir müssen da einfach alle reinstürmen. Als große Gruppe kann er uns nichts!“ Gleichzeitig gaben sie amüsante Lebensweisheiten zum Besten: „Ich sag immer zu meiner Frau: Fußball ist das Wichtigste. Danach kommt Bier!“ Somit wurde ich auf der Fahrt (die ich übrigens auf der Gepäckablage verbrachte) doch noch etwas unterhalten. ;)
Aber nun zur eigentlichen Buchmesse: Eigentlich hatte ich mir ja schon vorher einen ungefähren Plan mithilfe des Veranstaltungskalenders auf der Buchmessen-Homepage zusammengestellt. Dieser war dann aber leider ziemlich nutzlos, weil ich ihn in der Jackentasche vergaß (und die Jacke natürlich bei der Garderobe abgab! ;) ). So musste ich also etwas improvisieren. Aber letztendlich war es auch nicht so schlimm. Die Hallen waren sowieso ziemlich voll und leider auch durch längere Fußwege verbunden, sodass ich das Programm, was ich mir vorgestellt hatte, sowieso nicht machen hätte können. Am besten hat mir persönlich der Arte-Stand gefallen, an dem unterschiedliche Interviews mit Autoren gemacht wurden. Ich kam gerade zu einem Gespräch mit der (mir bisher unbekannten) Berliner Schriftstellerin Nora Bossong und der chinesischen Schriftstellerin Fang Fang. Beide hatten wechselseitig im jeweils anderen Land gelebt und die Eindrücke, die beide dem Interviewer mitteilten, waren sehr interessant. Ein weiteres Highlight für mich war ein Interview mit der preisgekrönten Kölner Krimiautorin namens Gisa Klönne , die Einblicke in ihr Vorgehen beim Schreiben gab. Jetzt bin ich schon etwas neugierig auf ihr neuestes Buch geworden.
Nach einer Zeit war ich aber auch von der Größe der Messe etwas überfordert. Es ist einfach unmöglich sich alle Hallen aufs Genaueste anzuschauen. Irgendwann ist die Aufnahmekapazität halt doch erschöpft. Bis auf die Hallen, die fremdsprachige Bücher oder Reiseführer, Gartenratgeber und andere Sachbücher präsentierten, war es schon im Allgemeinen sehr voll. Dennoch finde ich, dass es sich gelohnt hat, um einen Einblick in das kommende Herbstprogramm und eben auch in die Arbeit von Schriftstellern zu bekommen. Im Vergleich zur Leipziger Buchmesse ist die Buchmesse in Frankfurt natürlich deutlich größer, aber die Frage ist natürlich auch immer, ob man die Größe überhaupt richtig ausnutzen kann, da man nur begrenzt aufnahmefähig ist. Aber letztendlich werde ich bestimmt irgendwann nochmal nach Frankfurt zur Buchmesse fahren, weil es 1. nah bei Marburg 2. nicht teuer und 3. interessant ist. :)

Ab zum Entenrennen in Weidenhausen!

2009 Oktober 11
von meinmarburg

Spieglein, Spieglein an der Wand - wer ist die Schönste im ganzen Land?

Kaum in Marburg angekommen, hab ich auch schon wieder etwas Neues entdeckt. Und zwar ist an diesem Wochenende der alljährliche Elisabethmarkt in der gesamten Innenstadt mit rummelartiger Atmosphäre, gleichzeitig fand heute das traditionelle Entenrennen im Marburger Stadtteil Weidenhausen statt. Ich hatte es schon letztes Jahr verpasst, also wollte ich unbedingt jetzt die Gelegenheit mal nutzen. Man kann in vielen Geschäften in Weidenhausen gelbe Quitschentchen kaufen, um mit diesen am Rennen teilzunehmen. Gekürt werden hierbei nicht nur die zehn schnellsten Enten, die ins Ziel auf der Lahn schwimmen, sondern auch die schönsten. Am Infostand waren die Teilnehmer aufgereiht und ich muss sagen, es waren schon einige sehr originelle dabei. Die Schönheits-Enten nehmen allerdings nicht beim Rennen teil und auch umgekehrt können die Schwimmer-Enten nicht für ihr Aussehen gekürt werden. Dennoch waren auch unter den Schwimmenten einige farbenfrohe dabei, aber vielleicht wurden sie auch nur von ihren Besitzern so aufgehübscht, damit man sie beim Rennen vom Ufer aus besser wiedererkennen kann. Wer letztendlich Sieger geworden ist, habe ich dann doch nicht mehr abgewartet. Man muss schon sagen: Die Schwimmgeschwindigkeit der Enten ist auf der Lahn nicht gerade die schnellste. Dennoch hat mir das Ganze sehr gefallen, vielleicht bin ich ja nächstes Jahr mit einer eigenen Ente dabei! ;)

Noch mehr Enten!
Welche Ente gewinnt den begehrten Schönheitspreis?

Entenrennen
Und so sieht das Entenrennen aus!

Away we go – Rezension

2009 Oktober 9
von meinmarburg

awaywego

Am Mittwoch war ich in der Berliner StudiVZ-Preview des neuen Films von Sam Mendes: Away we go – Auf nach Irgendwo. Für das Farbfilmblog habe ich jetzt eine Rezension geschrieben. Neugierig? Lest selbst!
Der Film kommt übrigens nächsten Donnerstag (15.10) in die deutschen Kinos!

Best of WG-Castings – Folge 4

2009 August 29
von meinmarburg

raucherwg


Natürlich, auch ich bekam irgendwann nach langem Gesuche endlich mal ein Angebot in eine WG einzuziehen. Aber leider stellt sich die WG, die Lust darauf hat, dass man einzieht nicht immer als die heraus, in die man einziehen will. So zum Beispiel:

Die Raucher-WG

Es handelte sich um ein nach Beschreibung der Anzeige 20m² Zimmer mit eingebautem Hochbett, sodass sogar noch mehr Fläche nutzbar wäre, wie mir der Mitbewohner stolz erklärte. Eine zentrale Lage, am Südbahnhof mit Einkaufsmöglichkeiten um die Ecke. (Hm, wie ich unterdessen wusste, war die WG nicht weit von der Horror-WG, von der ich euch das letzte Mal erzählte, entfernt…)
Ich klingelte zur vereinbarten Zeit und hatte bereits draußen gesehen, dass das Haus schon eher in einer Art Industriegebiet lag (ja, auch das gibt es in Marburg ;) ). „Naja, vielleicht ist es ja trotzdem ganz schön in der Wohnung“, dachte ich bis ich oben angekommen war. Der Geruch Zigarettenrauch kam mir schon entgegen. Vielleicht konnte man ja einen Deal abmachen, dass der Mitbewohner nur in seinem Zimmer rauchte?
Ich wurde in die Küche geleitet. Aber irgendwie fühlte ich mich schon gleich nicht wohl. Nein, die Küche war jetzt nicht ungepflegt oder so, aber ich kam mir schon beim üblichen Small-Talk über die eigene Person völlig unbeholfen vor. Der Mitbewohner, 28 und gerade mit seinem Biologie-Studium fertig geworden, schien nicht sehr gesprächig zu sein und da ich mich aber irgendwie auch vorstellen wollte (war ja auch irgendwie auch so üblich) versuchte ich vergebens ein Gespräch ins Rollen zu bringen. Ziemlich schwierig.

Der WG-Bewohner zeigte mir das Zimmer und erzählte mir vom eigentlichen Haken an der ganzen Sache: Das Zimmer bzw. das ganze Haus grenzte an eine Autowerkstatt. „Hm, kann schon mal etwas lauter werden.“, nuschelte er. „Wie laut denn ungefähr?“, fragte ich verunsichert. „Tja, mein Kumpel, der hier vorher wohnte, konnte manchmal das Fenster nicht aufmachen, weil es so laut war. Wenn sie bestimmte Arbeiten machen, kann das echt richtig laut werden.“ Aha. Toll. 1. Ein Raucher als Mitbewohner 2. Eine laute Autowerkstatt nebenan. Hörte sich jetzt nun wirklich nach der Traum-WG an. Irgendwie glaubte ich sowieso nicht, dass er mich anrufen würde, da er ja schon beim WG-Küchengespräch so wortkarg gewesen war.
Falsch gedacht. Ich wollte am gleichen Wochenende wieder nach Berlin zurückfahren und machte mich schon auf den Weg Richtung Hauptbahnhof, als er mich anrief. „Ja, also von mir aus kannst du das Zimmer haben! Die anderen Bewerber waren irgendwie alle so komisch!“ Aha. Doch irgendwie stellte sich das Gefühl der Freude und Erleichterung, dass ich doch eigentlich fühlen sollte, wenn ich nach der langen Sucherei eine WG fände, nicht so recht ein. „Hm, ja. Ich weiß nicht.“, antwortete ich ausweichend und sagte, dass ich ja auch noch andere WGs angeguckt hätte, die mir eventuell zusagen würden. „Ja, kannst es dir ja nochmal überlegen. Hm, aber kannst du mir noch mal kurz auf die Sprünge helfen, wer du warst. Was studierst du nochmal?“ Aja. Ganz so gut war ich also doch nicht in Erinnerung geblieben. Im Folgenden fragte er mich ob ich eher Stubenhocker oder Partygänger, Tiefkühlpizzenfan oder Hobbykoch und zu guter Letzt natürlich Raucher oder Nichtraucher sei. Ich sagte ihm, dass mich das Letzte eigentlich an der WG am meiste gestört hätte. „Kein Problem. Wenn du einziehst, rauche ich nur noch in meinem Zimmer. Also, willst du einziehen?“ Mir ging das alles etwas zu schnell und so richtig glaubte ich ihm sein Versprechen auch nicht.
Ich überlegte noch bis zum nächsten Tag, ob ich zusagen sollte. Aber im Grunde genommen wusste ich tief im Inneren schon längst, dass ich in dieser WG mit einem Raucher und Lärm bestimmt nicht langfristig glücklich werden würde.

Nach mittlerweile 4 Folgen frage ich mich natürlich auch, ob ihr vielleiht schon ähnliches auf eurer WG-Suche erlebt habt. Postet doch eure Erfahrungen als Kommentar unter diesen Beitrag! (Dann weiß ich wenigstens, dass ich  nicht allein bin ;) )

Best of WG-Castings – Folge 3

2009 August 21
von meinmarburg

wg-unbekanntemitbewohner

Sicher, die erste WG, die man in seinem Leben besichtigt hat, bleibt einem bestimmt immer in Erinnerung. Doch meine erste Besichtigung blieb mir nicht nur deshalb so gut in Erinnerung, sondern auch weil ich meine zukünftigen eventuellen Mitbewohner nicht kennenlernte…

Heute: Die Ich-weiß-nicht-mit-wem-ich–zusammenwohne-WG

Ich machte also noch voller Aufregung meine ersten Schritte durch die fremde Stadt, verstand das Busnetz erst nicht so richtig und war erleichtert, dass ich extra viel Zeit eingeplant hatte, um mich zu orientieren und die WG zu finden. Ich lief zum zentralsten Platz der Stadt (Rudolfsplatz), wo ich tatsächlich auch die Buslinie 2 fand, mit der ich fast direkt, nach Aussage der WG, vor die Haustür dieser gebracht werden würde. So war es dann auch. Die Fahrt dahin kam mir auch ewig vor (es waren 20 Minuten). Schließlich stand ich vor einem schlichten Neubau-Haus und wartete (ich war wie fast immer viel zu früh). Ich las nochmal die Beschreibung der WG-Anzeige durch. Es hatte sich einfach toll angehört: 2 Mitbewohner, Einkaufsmöglichkeiten gleich um die Ecke, Bus vor der Tür, Studenten im Haus (Kontakte knüpfen), 20m²…
Zur vereinbarten Zeit klingelte ich an der Tür und eine Studentin Mitte 20 öffnete mir die Tür. Sie zeigte mir die Wohnung: große Küche, großes Bad und auch das freie Zimmer war sehr hell und gefiel mir gut. Ich fragte nebenbei nach den Mitbewohnern. Die Antwort: „Ja, also ich ziehe hier nächsten Monat ja aus. Aber deine Mitbewohner sind ganz nett und umgänglich.“ Nett und umgänglich. Hm, sehr präzise war diese Beschreibung ja nicht. Und wann könnte ich die beiden kennenlernen? „Hm, ja. Der eine ist leider gar nicht so viel da. (Sie zeigte auf eine der verschlossenen Zimmertüren) Und der andere ist über die Ferien nach Hause gefahren.“ Sehr eng schien die Gemeinschaft in dieser WG ja nicht zu sein, so konnte sie mir über die Grundinformationen (Alter, Studiengang) hinaus auch nicht viel mehr über die vielleicht zukünftigen Mitbewohner erzählen. „Und warum ziehst du hier aus?“, fragte ich. „Ja, weißt du. Ich hab mein Studium hier gerade beendet. Soll ich dich nun auf die Liste der Bewerber schreiben, oder nicht?“ Ich sagte ihr ehrlicherweise, dass dies die erste WG sei, die ich überhaupt in Marburg besuche. „Na gut. Dann ist es wohl besser, wenn du dir das alles noch überlegst.“ Wir verabschiedeten uns wieder voneinander und ich machte mich auf zur nächsten WG.
Richtig wohl hatte ich mich während der Besichtigung irgendwie nicht gefühlt. Etwas komisch war es ja schon, nur die Person kennenzulernen, die aus der WG auszog. Woher sollte ich denn wissen, ob ich mit den „umgänglichen“ Mitbewohnern wirklich klar kam?  Eine gewisse Skepsis gegenüber der WG hatte ich schon und dies blieb wohl auch der Ex-WGlerin nicht vorenthalten. Und die Liste der Konkurrenz war ja auch lang. Angeblich hatten sich das Zimmer schon über 20 Leute angeguckt. Ich meldete mich zwar noch wenige Stunden später als Interessent, bekam aber nie eine Antwort.
Umso interessanter ist die Tatsache, dass ich wenige Monate später eine Europäische-Literatur-Kommilitonin traf, die tatsächlich in diese WG eingezogen war! Sie erzählte aber nicht gerade schöne Geschichten aus ihrem WG-Leben. Die Mitbewohner seien beide sehr strange und würden ihre Zimmertüren abschließen. Der eine würde immer seine Teller und Töpfe über’s Wochenende stehen lassen und diese seien dann immer angeschimmelt, wenn sie selbst wieder zurück kommen würde. Der andere Bewohner sei ein Heavy-Metal-Fan und würde sie mit seiner Lieblingsmusik schon völlig nerven.
Die Arme! Sie fühlte sich also kurz gesagt, in dieser WG überhaupt nicht wohl. Nach einem Semester brach sie das Studium ab. Sicherlich hat auch der Fakt, dass sie sich in Marburg und speziell in ihrer WG nicht wohlfühlte ein Stück weit dazu beigetragen…

Best of WG-Castings – Folge 2

2009 August 18
von meinmarburg

edel-wg
Erst vor ein paar Tagen begann meine Serie über die schönsten (und natürlich die, die mir am meisten im Gedächtnis haften geblieben sind) Geschichten, die ich während meiner WG-Suche in Marburg erlebt habe. Unvergesslich war sicher:

Die Edel-WG

Schon als ich das Haus sah, in dem sich die WG befinden sollte, war ich beeindruckt. Es war eine riesige Villa mit noch größerem Garten vor der ich stand. Und das sollte wirklich keine Verbindung sein? Es soll ja auch Frauenverbindungen geben…
Bereits an der Türklingel befand sich eine Kamera. Oho! Irgendwie fühlte ich mich beim Klingeln unangenehm beobachtet.
Die Wohnung lag natürlich ganz weit oben. Die Studentin, die diese WG gründen wollte, kam mir schon auf der Treppe entgegen. Sie war ungefähr mein Alter (20) und wollte im Wintersemester Psychologie anfangen zu studieren. Immerhin, auch ein Ersti. Vielleicht hatte ich da ja Chancen. Ich hatte während meiner WG-Suche nämlich zunehmend das Gefühl, dass viele keinen Ersti einziehen lassen wollten. Wahrscheinlich wegen Vorurteilen…
Die Wohnung war top. Drei riesige Zimmer (alle noch leer, auch das der WG-Gründerin), ein neues Bad, eine Küchenzeile mit komplett neuem Herd und unvergesslich: eine tolle Terrasse, die man über das Zimmer der Gründerin betreten konnte. Toll!  Und dieser tolle Blick über ganz Marburg! Von einem freien WG-Zimmer hatte man einen Blick auf die Elisabethkirche, vom anderen auf das Marburger Schloss. Innerlich begann ich schon zu träumen und darüber nachzudenken, welches der Zimmer ich wählen würde, wenn – ja, wenn ich tatsächlich hier einziehen könnte.
Aber irgendwie beschlich mich auch das Gefühl, dass die Wohnung zwar ein Traum war, irgendwie sehr wahrscheinlich aber auch unbezahlbar. Dann nannte sie auch den Preis: 350 Euro die reine Miete, mit Strom und Internet würde sich alles auf etwa 400 Euro belaufen. Gut, Marburg ist zwar allgemein schon sehr teuer, was Wohnungen angeht, aber das lag schon eindeutig über den sonstigen Preisen.
Die Gründerin erzählte von ihrem familiären Background (Eltern beide Ärzte, ihre Brüder auch). Nur ihre Schwester, die sich während der Besichtigung auf der Terrasse sonnte und die ich auch noch kennenlernte, hatte Anglistik und Germanistik studiert (was mir natürlich sehr sympathisch war!). Tja, und sie selbst wollte ja Psychologie studieren. Irgendwie passte das wohl doch nicht so ganz zusammen. Ich sagte, dass ich mich über einen Anruf sehr freuen würde, machte mir insgeheim aber auch nicht viel Hoffnung auf diese Traum-WG. Und tatsächlich. Schon am nächsten Tag kam eine Absage-SMS. Schade, sonst würde ich heute wohl in einer Luxus-WG nicht weit von der wunderschönen Oberstadt leben…

Best of WG-Castings – Folge 1

2009 August 16
von meinmarburg

wg-casting

Es ist jetzt etwa ein Jahr her, dass ich mich das erste Mal in die unbekannte aber baldige Studienheimat Marburg aufmachte. Mein Kopf war voller Fragen und ich kann mich noch an das kribbelige Gefühl erinnern, als ich das erste Mal auf dem Bahnhof die Lautsprecheransage hörte. „Willkommen in Marburg-Hauptbahnhof.“ Was würde mich erwarten? Würde ich eine WG finden? (ich war zu diesem Zeitpunkt noch sehr naiv und dachte, dass ich am nächsten Tag mit einer WG in der Tasche wieder nach Berlin zurückkehren würde…)
Der erste Eindruck von Marburg bzw. vom Bahnhof – naja. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Die Bahnhofsgegend mit der dort verlaufenden Stadtautobahn ist ja wirklich alles andere als schön. Doch natürlich, auch dieser Eindruck würde sich noch ändern.
In dieser neuen Serie würde ich euch gerne ein paar Geschichten von meinen WG-Castings (ich müsste echt mal zählen, wie viele WG-Küchen ich gesehen habe…) erzählen. Natürlich nur die besten, abgefahrensten, lustigsten und natürlich auch die erschreckendsten (die, wo ich am liebsten schon nach der Begrüßung wieder gehen wollte ;) ). Und es wäre doch echt schade, wenn die nicht mal erzählt werden würden, oder?

Heute: die Männer-WG

Ja, wie der Titel schon sagt, suchten hier zwei männliche Studenten (ich weiß sogar noch was sie studierten, ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?! ;) ) einen Zwischenmieter für ein Zimmer ihrer WG. Die eigentliche WG-Bewohnerin war für mehrere Monate nach Berlin gegangen. Dementsprechend war das Zimmer natürlich mit ihren Möbeln vollgestellt. Bereits als ich in das Zimmer kam, roch ich den Zigarettenrauch. Raucher also. Ohje!
Dann ging es in den Garten. Ich bin ja echt nicht pingelig, aber so viele Bierflaschen habe ich schon ewig nicht mehr gesehn. Überall, auf der Terrasse und auf dem Rasen verteilt lagen leere Flaschen. Okay, hier steigen wohl die wildesten Parties! Und keiner räumt danach auf.
Viel abschreckender war der Geruch in der Küche. In der Spüle standen noch Teller von unbekanntem Datum und der Tisch, an den ich mich zum WG-Casting setzte, musste erstmal von allerlei Schmutz gereinigt werden. Das Gespräch hatte gerade begonnen, da kam ein Mann in Unterhose zur Tür herein und nahm sich aus der Pfanne ein paar Nudeln und verschwand mit einem vollen Teller wieder durch die Küchentür. Ein weiterer Mitbewohner? X und Y hatten wohl meinen Gedanken erraten und erklärten sogleich, dass das Z sei, der über ihnen wohne. „Der hat keinen Herd, deswegen kommt er immer zum Kochen zu uns.“ Ahh..ja. Ich stellte im Laufe des Gesprächs die typischen Fragen, sie stellten die typischen Fragen. Doch als ich meine Nummer auf einen Zettel schrieb, hoffte ich eigentlich inständig, dass sie mich nicht anrufen würden. Und sie hatten mich wahrscheinlich auch nur aus Höflichkeit danach gefragt. Sie versprachen zwar sich in beiden Fällen bei mir zu melden, aber ich habe von dieser WG nie wieder was gehört…

(Foto übrigens von shnipestar/photocase.com. Vielen Dank dafür!)

Studentenfutter (4)

2009 Juli 3
von meinmarburg

Seit langem kommt hier auch mal wieder eine neue Studentenfutter-Folge. Das hat zum einen den Grund, dass ich mir bei Amazon gerade einen supertollen Pürierstab gekauft habe und den natürlich gleich ausprobieren musste bzw. wollte. ;) Da es hier im Moment unglaublich warm ist, habe ich mich entschieden mal ein Gazpacho-Rezept von Chefkoch auszuprobieren. Trotz Pürierstab musste ich natürlich erstmal ordentlich Gemüse schnippeln (Paprika, Gurke, Knoblauch, Zwiebel). Ehrlich gesagt war ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas skeptisch. Daraus sollte eine Suppe werden? Würde daraus nicht einfach ein völlig zähflüssiger Gemüsebrei entstehen? Das Ganze sah zu diesem Zeitpunkt also so aus:

gazpacho1

Dann wurde an das Ganze noch mit Brühe eingeweichtes Brot hinzugefügt und die restliche Brühe. Und es sah schon etwas mehr nach einer Suppe aus. (ähem, wenn ihr das Foto genauer anschaut, seht ihr, dass es beim Pürieren doch etwas gespritzt hat… auch wenn da was anderes auf dem Karton des Mixers stand. Aber egal)

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Und schlussendlich hab ich alles noch gewürzt (mit Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, Essig). Und es sah so aus. Das Ganze muss dann noch eine Weile in den Kühlschrank, da man eine Gazpacho nun mal am besten (eis-)kalt isst bzw. trinkt (ja, nach Kommentaren bei Chefkoch trinken die Spanier das!)

gazpacho3

Also, mal abgesehen von dem anfangs etwas nervigen Schneidens der Zutaten auf jeden Fall ein schnell gemachtes Rezept (vor allem mit diesem tollen „Zauberstab“ :) ) Von nun an werde ich wohl mehr Püriertes essen. ;)

Habt ihr Lust, das Rezept nachzukochen? Klickt hier.