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Skurriles aus Hessen: Bestattung für Fußball-Fans

24. April 2009

fussballbestattung

Es gibt ja so einiges, was man sich in Form des letzten Willens für seine eigene Beerdigung wünschen kann. Einen ziemlich Skurrilen hab ich heute in der Marburger Neuen Zeitung, die ich jeden Morgen dank meiner Mitbewohnerin lesen kann, gefunden: Es gibt tatsächlich Menschen, die das Wappen ihres Lieblingsfussballvereins auf dem Sarg angebracht haben möchten. Oder in einer Fussball-Urne bestattet werden möchten…
In diesem Fall zeigt sich der Sprecher der Profi-Fußballer des Fußballvereins Eintracht Frankfurt wenig begeistert. Den Tod wolle er nicht kommerzialisieren. Die Bestatterin Heike Rath, die solche Bestattungen schon seit einer ganzen Weile organisiert, versteht den Trubel um die ganze Sache nicht: Ob man nun in einem rot-weißen oder in einem normalen Holzsarg beerdigt werde, mache doch keinen großen Unterschied außer natürlich für den Fan, der sich dies so stark wünsche. Fans von HSV, Schalke-O4 und Borussia Dortmund ist eine solche Bestattung schon lange erlaubt.
Also, warum ziehen die Frankfurter nicht auch nach? Einen so starken letzter Wunsch, sollte er noch so bizarr sein, kann man doch nun wirklich keinem ausschlagen…

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6 Kommentare leave one →
  1. Peter N. permalink
    24. April 2009 12:57

    „Den Tod nicht kommerzialisieren“ finde ich als Argument dagegen auch nicht passend, schließlich handelt es sich wohl um das größte Hobby des Verstorbenen. Wenn die Familie damit einverstanden ist, warum nicht.

  2. 26. April 2009 12:15

    Skurrile Sache, aber für echte Fans bestimmt der Hit. Ich meine mich zu erinnern, dass es in Hamburg auch schon mal die Überlegung gab, den Fans zu gestatten sich in einer Urne unter dem Rasen bestatten zu lassen. Das wurde dann aber aus ethischen Gründen und weil man sich in Deutschland nur auf dem Friedhof bestatten lassen darf (Urne nach Hause mitnehmen geht glaube ich auch noch) abgelehnt.

  3. Wiebke permalink
    26. April 2009 15:58

    Interessanter Artikel! Jedoch muss ich meinem „Vorredner“ gleich mal widersprechen: In Deutschland ist es nämlich nicht zulässig, die Urne an Angehörige oder andere Privatpersonen auszuhändigen. Dies aber nur am Rande…
    Ich finde, dass der Tod schon längst kommerzialisiert wurde – man denke nur an die zahlreichen Bestattungsinstitute, die mit vermeintlichen Discountpreisen versuchen, so viel Profit wie möglich aus dem Ritual des Begräbnisses zu ziehen. Angesichts dieser Tatsache ist es meiner Ansicht nach durchaus bemerkenswert, dass sich ein Verein gegen die Herstellung von Fußball-Urnen etc. ausspricht, könnte man dahinter doch durchaus ein lohnenswertes Geschäft vermuten. Wünscht sich jemand für seine Beerdigung ein Fußball-Flair, ist eine solche Gestaltung doch auch ohne spezielle Merchandising-Artikel möglich, denn schließlich spricht moralisch nichts dagegen, die persönlichen Fan-Artikel des Verstorbenen zum Einsatz kommen zu lassen. Meines Erachtens beginnt die Kommerzialisierung dann, wenn (wie im Fall der anderen genannten Vereine) gezielt Särge und Urnen für Fans hergestellt werden und damit ein Extra-Geschäft herausspringt, bei dem es – das kann mir jedenfalls niemand erzählen – nicht darum geht, den Fans ihren letzten Willen zu erfüllen, sondern mehr Profit zu machen. Und nebenbei, ganz vielleicht, ein bisschen Aufmerksamkeit von der Presse zu erhalten.

  4. 27. April 2009 22:04

    Interessant, das mit den Urnen wusste ich noch gar nicht. Über die Discount-Bestatter war gerade ein sehr interessanter Artikel im ZEIT-Magazin. Es ging darum, dass diese Beerdigungsform immer beliebter wird, unser Umgang mit den Toten also einem starken Wandel unterliegt. Eine normale Erdbestattung kostet beim alteingessenen Bestatter ja mehrere Tausend Euro, die Preise schwanken stark – da würde ich Discount-Anbieter nicht unbedingt als die größten Profiteure des Sterbens ansehen. Interessant war auch, dass einige Bestatter ihre hohen Preise mit der besonderen Sargausstattung begründeten – im Krematorium wurden aber nur einfache Fichtenholzkisten der Verbrennung übergeben. Die Autorin vermittelte nicht den Eindruck, dass eine Beerdigung für 1000 Euro pietätlos oder ohne Würde gestaltet ist.

    Särge und Urnen in den Vereinsfarben fände ich aber auch seltsam – wenn man genau hinschaut, dann sieht man auf dem Zeitungsbild oben auch, dass der Sarg an sich weiß ist und nur Tücher und Grabschmuck die Vereinsfarben tragen.

  5. meinmarburg permalink*
    28. April 2009 09:46

    Mann mann, hier ist ja eine richtige Bestattungsdiskussion entbrannt! Vielen Dank für die vielen Kommentare.
    Mit einer „Fussball-Urne“ ist übrigens keine Urne mit Vereinslogo gemeint, sondern eine in Fussball-Form. Hab im Artikel noch einen Link dazu eingefügt.

    Lg
    Deborah

  6. Reiner Wieschalla permalink
    24. Oktober 2014 10:41

    Ich finde wenn man so verknüpft ist mit den Verein und ein Leben lang Fan ist freue ich mich auch nach meinen Tod hinaus
    Wenn mich auch viele für verrückt halten ist es mein Wunsch so Bestatet zu werden in der Urne vom BVB Dortmund schwarz gelb.
    Reiner Wieschalla

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