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Best of WG-Castings – Folge 3

21. August 2009

wg-unbekanntemitbewohner

Sicher, die erste WG, die man in seinem Leben besichtigt hat, bleibt einem bestimmt immer in Erinnerung. Doch meine erste Besichtigung blieb mir nicht nur deshalb so gut in Erinnerung, sondern auch weil ich meine zukünftigen eventuellen Mitbewohner nicht kennenlernte…

Heute: Die Ich-weiß-nicht-mit-wem-ich–zusammenwohne-WG

Ich machte also noch voller Aufregung meine ersten Schritte durch die fremde Stadt, verstand das Busnetz erst nicht so richtig und war erleichtert, dass ich extra viel Zeit eingeplant hatte, um mich zu orientieren und die WG zu finden. Ich lief zum zentralsten Platz der Stadt (Rudolfsplatz), wo ich tatsächlich auch die Buslinie 2 fand, mit der ich fast direkt, nach Aussage der WG, vor die Haustür dieser gebracht werden würde. So war es dann auch. Die Fahrt dahin kam mir auch ewig vor (es waren 20 Minuten). Schließlich stand ich vor einem schlichten Neubau-Haus und wartete (ich war wie fast immer viel zu früh). Ich las nochmal die Beschreibung der WG-Anzeige durch. Es hatte sich einfach toll angehört: 2 Mitbewohner, Einkaufsmöglichkeiten gleich um die Ecke, Bus vor der Tür, Studenten im Haus (Kontakte knüpfen), 20m²…
Zur vereinbarten Zeit klingelte ich an der Tür und eine Studentin Mitte 20 öffnete mir die Tür. Sie zeigte mir die Wohnung: große Küche, großes Bad und auch das freie Zimmer war sehr hell und gefiel mir gut. Ich fragte nebenbei nach den Mitbewohnern. Die Antwort: „Ja, also ich ziehe hier nächsten Monat ja aus. Aber deine Mitbewohner sind ganz nett und umgänglich.“ Nett und umgänglich. Hm, sehr präzise war diese Beschreibung ja nicht. Und wann könnte ich die beiden kennenlernen? „Hm, ja. Der eine ist leider gar nicht so viel da. (Sie zeigte auf eine der verschlossenen Zimmertüren) Und der andere ist über die Ferien nach Hause gefahren.“ Sehr eng schien die Gemeinschaft in dieser WG ja nicht zu sein, so konnte sie mir über die Grundinformationen (Alter, Studiengang) hinaus auch nicht viel mehr über die vielleicht zukünftigen Mitbewohner erzählen. „Und warum ziehst du hier aus?“, fragte ich. „Ja, weißt du. Ich hab mein Studium hier gerade beendet. Soll ich dich nun auf die Liste der Bewerber schreiben, oder nicht?“ Ich sagte ihr ehrlicherweise, dass dies die erste WG sei, die ich überhaupt in Marburg besuche. „Na gut. Dann ist es wohl besser, wenn du dir das alles noch überlegst.“ Wir verabschiedeten uns wieder voneinander und ich machte mich auf zur nächsten WG.
Richtig wohl hatte ich mich während der Besichtigung irgendwie nicht gefühlt. Etwas komisch war es ja schon, nur die Person kennenzulernen, die aus der WG auszog. Woher sollte ich denn wissen, ob ich mit den „umgänglichen“ Mitbewohnern wirklich klar kam?  Eine gewisse Skepsis gegenüber der WG hatte ich schon und dies blieb wohl auch der Ex-WGlerin nicht vorenthalten. Und die Liste der Konkurrenz war ja auch lang. Angeblich hatten sich das Zimmer schon über 20 Leute angeguckt. Ich meldete mich zwar noch wenige Stunden später als Interessent, bekam aber nie eine Antwort.
Umso interessanter ist die Tatsache, dass ich wenige Monate später eine Europäische-Literatur-Kommilitonin traf, die tatsächlich in diese WG eingezogen war! Sie erzählte aber nicht gerade schöne Geschichten aus ihrem WG-Leben. Die Mitbewohner seien beide sehr strange und würden ihre Zimmertüren abschließen. Der eine würde immer seine Teller und Töpfe über’s Wochenende stehen lassen und diese seien dann immer angeschimmelt, wenn sie selbst wieder zurück kommen würde. Der andere Bewohner sei ein Heavy-Metal-Fan und würde sie mit seiner Lieblingsmusik schon völlig nerven.
Die Arme! Sie fühlte sich also kurz gesagt, in dieser WG überhaupt nicht wohl. Nach einem Semester brach sie das Studium ab. Sicherlich hat auch der Fakt, dass sie sich in Marburg und speziell in ihrer WG nicht wohlfühlte ein Stück weit dazu beigetragen…

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