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Kino: Whatever works

6. Dezember 2009


Melody folgt gerade wieder gespannt einer von Boris‘ pessimistischen Theorien über das Leben.

Gestern war ich im Marburger Filmkunstkino (echt gemütlich!) im neuen Woody Allen-Film. In „Whatever works“ geht es um den etwas älteren, kauzigen, verbitterten Boris Yellnikoff, der zwar mal für den Physik-Nobelpreis vorgeschlagen wurde, seitdem aber auch nicht mehr gerade viel Freude am Leben hat. Eigentlich besteht sein Leben darin, alles schlecht zu reden und immer wieder Theorien aufzustellen, warum nichts einen Sinn hat. Wer jetzt denkt, dass sich dies alles durch die junge, unerfahrene und schon etwas einfach gestrickte Melody (gespielt von Evan Rachel Wood) aus Missisippi ändert, irrt sich gewaltig. Zunächst sucht die von Zuhause Weggelaufene lediglich eine Bleibe für ein paar Tage, findet aber durchaus viel Gefallen an Boris pessimistischen Weltuntergangstheorien so dass sie doch viel länger als geplant bleibt und ihn schließlich heiratet. Zunächst scheint alles perfekt. Auch als ein so ungleiches Paar verstehen sie sich gut. Doch irgendwann taucht Melodys schräge und überdrehte Mutter (Patricia Clarkson) auf der Bildfläche auf und bringt ihr bisheriges Leben spürbar auf den Kopf…
Mir persönlich hat der Film mitsamt den interessanten Figuren sehr gut gefallen. Larry David, der den Oberpessimisten Boris spielt, passt einfach gut in die Rolle. Immer wieder lustig ist es, wenn er sich direkt an das Kinopublikum wendet und in trockenem Ton direkt seine Meinung über etwas ausdrückt. Die anderen Figuren hingegen sind in diese Gespräche nicht mit einbezogen und wundern sich jedesmal mit wem Boris denn wohl gerade rede.
Auch wenn der Humor an manchen Stellen des Films ziemlich stark in Richtung tiefschwarzer Humor tendiert, kam ich an manchen Stellen kaum aus dem Lachen raus. Allerdings ist der Film auch nicht nur durchweg komisch und auch ernstere Themen wie Tod und Einsamkeit werden angesprochen. Jedoch kann man sich meistens darauf verlassen, dass es bald darauf wieder etwas zu lachen gibt.
Der Titel des Film „Whatever works“ wird zu einem Hauptmotiv. Gerade von Boris wird der Ausspruch (in der deutschen Version natürlich: „Hauptsache es funktioniert…“ bzw. wie der Untertitel „Liebe sich wer kann“) immer wieder benutzt und er beschreibt einfach perfekt die verschiedenen Beziehungskonstellationen, die sich im Film ergeben. Solange es funktioniert, solange man glücklich miteinander ist, sollte man auch ein Paar bleiben, egal was andere vielleicht darüber denken.
Ich habe einige Kritiken gelesen, die schrieben, dass es sich bei „Whatever works“ nicht um Allens besten Film handele. Allerdings finde ich es auch immer schwierig von einem „besten Film“ eines Regisseurs zu sprechen. „Whatever works“ ist eine amüsante Komödie für alle, die mal wieder gut unterhalten werden wollen. Reicht das nicht?

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6 Kommentare leave one →
  1. 27. Dezember 2009 18:01

    Nur noch ein paar Stunden und ich sitz im Kino – danke für die Rezession!

    Das mit dem feinen Blog kann ich zurückgeben, sehr nett hier (:

  2. 30. Dezember 2009 22:04

    Freut mich. Und, hat er dir gefallen?

  3. Waty Tusta permalink
    3. Februar 2011 21:49

    Wirklich ein brauchbarer Kommentar. Ich sollte meinmarburg.wordpress.com mehr besuchen 😉

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