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FAQ: Europäische Literatur in Marburg studieren

15. August 2010

Das Interesse am EuroLit-Studium in Marburg scheint echt groß zu sein. Mittlerweile habe ich schon die dritte Anfrage, die entweder über mein Blog oder per Mail kam, beantwortet. Oft gestellte Frage: Wie gefällt dir dein Studium in Marburg? Manchmal auch: Kannst du „EuroLit“ weiterempfehlen? Hier also für alle interessierten Besucher meines Blogs. Die ultimative „EuroLit in Marburg-FAQ“:

1. Warum studierst du EuroLit, anstelle von zum Beispiel Germanistik?

Ich fand es reizvoller, weil man eben einen übergreifenden Einblick in Literatur bekommt und eben nicht den begrenzten Einblick in NUR deutsche Literatur. Ich studiere zwar „Europäische Literatur“, dennoch wählt man zwei Fächerschwerpunkte. Angeboten werden u.a folgende:
– Deutsche Literatur
– Anglophone Studies (Anglistik)
– Französische Literatur
– Spanische Literatur
– Italienische Literatur
– Antike Literatur (Latein, Altgriechisch)
– Keltologie


Eine der wunderschönen und malerischen Gassen Marburgs…

2. Warum Marburg?

Natürlich habe ich mich in erster Linie wegen des Studienfachs für Marburg entschieden. Ich habe mich zwar auch in meiner Heimatstadt Berlin beworben (und wäre natürlich auch gerne dort geblieben), aber letztendlich hatte ich dann nur eine Zusage in Marburg und Gießen. Gießen soll ja nicht sonderlich schön sein, somit fiel die Wahl sehr schnell auf Marburg. Marburg ist ein schönes kleines Städtchen (natürlich viel kleiner und gemütlicher als meine Heimatstadt Berlin), gefällt mir aber auch sehr gut. Hier wohnen echt viele Studenten und dementsprechend gibt es schon einiges Kulturelles (Konzerte, Lesebühnen, Poetry Slams, Unikino…) zu erleben und natürlich jede Menge schöne Kneipen und Cafés. Und im Sommer chillt und grillt man auf den wunderschönen Lahnwiesen. 🙂 Weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass man in Marburg (wie in ganz Hessen) keine Studiengebühren zahlen muss. Keine schlechte Entscheidung also zum Studieren nach Marburg gegangen zu sein.

3. Europäische Literatur: Was macht man da genau?

Man hat jeweils die fächerübergreifenden Veranstaltungen, in denen man insgesamt viel über die gesamte europäische Literaturgeschichte lernt. Das geht von der Antike los, geht übers Mittelalter bis zur heutigen Literatur. Ich fand die Veranstaltungen sehr interessant und hab sogar etwas meine anfängliche Skepsis über die Antike überwunden, die ich im Nachhinein sehr spannend finde. Zusätzlich hat man in seinen Wahlfächern (Deutsch-Englisch, Deutsch-Französisch…etc) einzelne Seminare und Vorlesungen, in denen dann nur die einzelne Literatur behandelt wird. Also in Englisch gibt es beispielsweise Shakespeare-Seminare, aber natürlich auch Veranstaltungen zu einzelnen Autoren und Werken aus dem 18.-21. Jahrhundert. Insgesamt werden natürlich weniger ganz neue Bücher behandelt, sondern eher die Klassiker.
Wenn ihr euch über die Studieninhalte informieren wollt, würde ich euch auf jeden Fall empfehlen mal einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis zu werfen. Da kann man echt ganz gut abschätzen, was einen beim Studium an Veranstaltungen so erwarten wird (und merkt ganz schnell, ob einen das Studienfach interessiert oder doch eher nicht…)

4. Wie viele EuroLit-Studenten gibt es?

Europäische Literatur ist ein ziemlich kleiner Studiengang. Unterdessen sind bei uns nur noch 14 im Jahrgang. Dementsprechend gibt es nur wenige Veranstaltungen, die nur von EuroLittern besucht werden, sondern meistens sitzt man in der Mehrzahl der Kurse mit Germanisten, Anglisten, Lateinstudenten, Griechischleuten, Lehrämtlern und Masterstudenten zusammen. Aber das muss ja nicht immer schlecht sein…

5. Kleiner Studiengang: ist das gut?

Schön daran: Man kennt all seine Kommilitonen. (Und wer kann das sonst schon von seinem Studiengang behaupten?) Natürlich hebt man sich dadurch auch etwas von der Masse der Germanistik- und Anglistikstudenten ab. Ich jedenfalls bin stolz ein EuLi zu sein 😉
Der einzige Nachteil ist vielleicht, dass man als so kleiner Studiengang oft bei organisatorischen Fragen nicht immer weiß, an wen man sich wenden muss. Weil irgendwie ist man halt kein richtiger Anglistik- und eben auch kein Germanistik-Student, weil man EuroLit studiert 😉 Leider kommt es dann schon vor, dass mal wieder keiner für einen zuständig sein will… Hartnäckigkeit ist auf jeden Fall gefragt!

6. Und, kannst du das Studium weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Allerdings sollte man das Lesen wirklich lieben! Gerade in diesem Studiengang muss man Semester für Semester sehr viel Lesestoff bewältigen. Und zwar nicht nur Romane, sondern auch Massen an Sekundärtexten, die zu den Romanen veröffentlicht wurden. Wer schon jetzt nicht zu den Menschen gehört, bei denen sich die Bücher auf dem Nachttisch stapeln, die leuchtende Augen bekommen, wenn sie an einer Buchhandlung vorbeigehen und regelmäßig dicke Wälzer (freiwillig!) bewältigen, ist ein Literaturstudium vielleicht doch nicht ganz das Richtige…

Habt ihr noch weitere Fragen? Schreibt sie als Kommentar unter diesen Beitrag. Ich versuche sie dann zu beantworten. 🙂

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8 Kommentare leave one →
  1. Anni permalink
    17. August 2010 10:00

    Ich wollt‘ noch anmerken, dass der fächerübergreifende Bereich nicht immer so ganz toll ist. In den ersten zwei Semestern bekommt man wirklich noch einiges geboten (Alte Philologie, Bibel und Literatur, eine Ringvorlesung), aber danach verdümpelt man dann doch eher in Germanistikveranstaltungen (was nicht zwangsläufig schlecht sein muss) und hört weniger über Literatur außerhalb seiner Sprachwahl.
    Lieben Gruß an dich, Deborah! Ich hoff‘ dir geht’s gut und mit deinem Praktikum ist alles tutti!

  2. sophie permalink
    18. August 2010 14:39

    Hey,

    da ich mich wahrscheinlich in den nächsten tagen auch für europäische literatur einschreibe, möchte ich aber vorher noch eine frage loswerden, sicherheitshalber =). Ich kann doch z.B. als 1. wahlpflichtfach spanisch und als 2. wahlpflichtfach englisch wählen, ohne besondere vorkenntnisse der spanischen sprache zu haben? oder kann ich nur die fächer wählen, deren sprache ich spreche? und wie viel anteil hat das sprachliche in diesem studiengang? lernt man die sprachen ein bisschen oder eher gar nicht?
    vielleicht kannst du mir per email antworten, ich würde mich sehr freuen.

    liebe grüße
    sophie

  3. Jen permalink
    22. April 2011 15:01

    nochmal ne frage 🙂 was willst du danach mit dem eurolit studium anfangen? hast du da schon eine perspektive?
    lg

    • 22. April 2011 17:37

      Hallo Jen,

      1. Frage: Was braucht man für Fremdsprachenkenntnisse?
      Du brauchst auf jeden Fall zwei Fremdsprachen, die allerdings nicht modern sein müssen (kann also auch ruhig Altgriechisch oder Latein sein, wenn du das in der Schule hattest)
      2. Frage: Was wird man später damit?
      Ja, damit stellst du mir eine Frage, die ich IMMER zu hören bekomme. 😉 Man wird im Euro-Lit-Studium zu keinem bestimmten Beruf ausgebildet, vielmehr muss man eben selbst überlegen, was man später damit machen will. Mögliche Berufe wären etwa: im Verlagswesen, Theater, Kulturmanagement, (Kultur-)journalismus, oder eben in der Forschung.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.
      Liebe Grüße,
      Deborah

  4. jen permalink
    23. April 2011 10:05

    hi deborah 😉
    danke für die schnelle antwort, ok also man kann latein als sprache nehmen muss es aber nich ja? weil ich hab kein latinum u hatte angst ich müsste es noch machen…
    weißt du denn was genau du machen willst? machst du einen master? ich überlege euro lit mit schwerpunkt keltische öiteratur zu studieren evt n master in keltologie anzuhängen u dann im verlagswesen oder so zu arbeiten…
    lg

    • 23. April 2011 19:04

      Hey ,

      kein Problem. Aber du hast statt Latein zwei andere Fremdsprachen in der Schule gehabt, oder wie? Also, Englisch, Französisch, Spanisch…etc.? Ich weiß nur, dass man zwei Fremdsprachen vorweisen muss (wo wie gesagt egal ist, ob sie modern oder alt sind)
      Tjoah, was ich machen will..! Da stellst du mir eine Frage 😉 Bin ganz ehrlich noch am Orientieren im Moment. Mal sehn, ob ich ’nen Master mache…

      Lg,
      Deborah

  5. 7. Juli 2011 12:56

    Hey, ich spiele auch mit dem Gedanken Europäische Literaturen zu studieren. Da ich als Wahlfächer Deutsch und Englisch wählen werde, würde mich besonders interessieren worin sich der Studiengang im Endeffekt von Germanistik und Anglistik unterscheidet.
    Zum einen sicherlich durch den fächerübergreifenden Bereich in dem es um die europäischen Literaturen generell geht, aber wie Anni schon geschrieben hat, ist dieser ja wohl ab dem 3. Semester nicht mehr so ausgeprägt. Ansonsten konnte ich dem Vorlesungsverzeichnis entnehmen, dass man in einem Hauptteil der Seminare und Vorlesungen sitzt, die auch von den Anglisten und Germanisten besucht werden, allerdings fällt der linguistische Teil wohl weg und man konzentriert sich wirklich voll und ganz auf die Kultur und Literatur. Habe ich das soweit richtig verstanden? Dinge wie Syntax, Morphologie usw. behandelt ihr also nicht? Das würde mich wirklich beruhigen, denn genau dieser abstrakte sprachliche Teil ist das Einzige, was mir an Anglistik und Germanistik nicht sonderlich zusagt.
    Und da der Studiengang nun einmal Europäische Literaturen heißt, geh ich mal schwer davon aus, dass man sich in Englisch auch nur mit den Literaturen Großbritanniens und Irlands beschäftigt und Kanada, Australien, Neuseeland und die USA gnzlich vernachlässigt werden? Das wiederum fände ich weniger erfreulich, da mich die Literatur des gesamten anglophonen Raums interessiert.
    Wird eigentlich bei „Europäische Literaturen“ auch ein Auslandsaufenthalt vorausgesetzt, so wie es häufig bei Anglistik der Fall ist? Und behandelt ihr auch einige aktuellere Themen und Bücher oder wirklich zum Großteil nur historische Sachen wie es auch auf der Homepage der Uni angegeben ist?

    Ich wär dir wirklich sehr dankbar, wenn du mir die ein oder andere Frage beantworten könntest, damit ich mir ein genaueres Bild von dem Studiengang machen kann.

    Liebe Grüße

    P.S.: Toller Blog! Mach unbedingt weiter, ich lese deine Beiträge wirklich sehr gerne!

  6. 12. Januar 2012 04:01

    Hallo Deborah,

    erstmal einen lieben Gruß aus Marburgs Peripherie und Glückwunsch zu deinem schönen Blog. Aber ich möchte an dieser Stelle einmal die Gelgenheit nutzen, meine Sicht der Dinge auf dieses Studium zu erörtern. Als jemand, der demnächst die Bachelorprüfung abgeben wird, schätze ich mich auch durchaus berechtigt dazu.

    Also, liebe angehende Studierende, gebt fein acht, denn dies mag‘ euch vielleicht wichtig sein, die richtige Entscheidung für oder gegen den Studienort Marburg zu treffen.

    Erstmal bitte ich um Entschuldigung für die Worte und Anmerkungen, die nun folgen werden, mit denen ich aber ganz gewiss niemanden kränken möchte. Aber, wer ein Studium der Literaturwissenschaften um der Wissenschaft Willen aufnehmen möchte, der ist in Marburg an der GANZ falschen Adresse. Da bieten sich sehr viele Unis in Deutschland an, vor allem diejenigen mit gutem Namen, die diesbezüglich.auch ein wirklich ausgereiftes Studium anbieten. Bochum, Berlin, Heidelberg, Mainz etc.
    Marburg zählt da nicht rein!
    Warum? Das ist schnell, aber schwierig zu beantworten, vor allem für den angehenden Studenten. Erstens bietet Marburg, wie bereits erwähnt, ein breites Spektrum an Einzelphilologien (Sprachen) an, welche als Wahlschwerpunkt gewählt werden können. Die A- oder Kernmodule, die eine sprachunabhängige Unterrichtung in den Literaturwissenschaten gewährleisten sollen, erfüllen exakt diesen Anspruch nicht! Abgesehen von 2 Veranstaltungen, sind die Kernmodule nur erweiterte Anglistik- bzw. Germanistikseminare, wie es bereits geschildert wurde.
    In den Wahlschwerpunkten stellt man dann auch ganz schnell fest, dass diese teilweise derart mies ausgestattet sind, dass selbst innerhalb einer speziellen Philologie nur ein Teilbereich der jeweiligen Literatur behandelt wird, und dass über Jahre hinweg.
    Als Beispiel möchte ich da mal meine Anglistik aufführen, zu der sich folgendes zusammenfassend sagen lässt: Britische Literatur in Marburg beginnt bei Shakespeare und endet bei Shakespeare! Wäre da nicht der liebe Herr Professor Küster, der sich redlich bemüht, alles andere (eher schlecht als recht) abzudecken, ich hätte binnen 2 Semestern den Schwerpunkt gewechselt! 3 Jahre lang Shakespeare geht einfach nicht, man wird unweigerlich zum Fachidioten…
    Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, denn Marburg blendet, ob bewusst oder aus wissenschaftlicher Naivität, die Hälfte eines guten Studiums in den Literaturen KOMPLETT aus, nämlich die Vergleichenden Literaturwissenschaften oder Komparatistik. Die Komparatistik ist heute das einzige Forschungsfeld innerhalb der Literaturwissenschaften, welches NICHT als profilneurotisches „Laberfach“ für selbstgerechte Quasselstrippen und halbgebildete Gedichtinterpretierer gilt.
    Wer Literatur mit wissenschaftlichem Anspruch erwartet, der wird in Marburg lange suchen müssen…
    Und so verliert man sich dann in einer krampfhaften und vorsintflutlichen Versteifung auf Teilaspekte der Literatur. Aktuelle Forschungsschwerpunkte (Stichwort Translationswissenschaften, Weltliteratur und Eurozentrismus) werden radikal ignoriert zu Gunsten der einzelphilologischen Egomanien.
    Und, zuguterletzt, das Schlimmste von Allem: Es wird kein Master angeboten! Wenn man in den Literaturwissenschaften bleiben möchte, dann hat man nur eine Wahl: Die Uni wechseln! (was mir nun bevorsteht…)
    Wenn man also, liebe angehende Studierende der Literaturen, ein Studium anstrebt mit dem Ziel, beim Strickabend des kommenden Landfrauentreffs (verzeiht den Sexismus) oder beim chauffieren des nächstbesten Kunden in seinem Taxi (weil man unter anderem genau so enden könnte) mit pseudo-literaturwissenschaftlichem Gebrabbel glänzen zu können, DANN, aber auch NUR DANN, ist Marburg die richtige Wahl!
    Wer den Master machen und sich in diesem Gebiet etablieren möchte, der meidet Marburg! Wie der Teufel das Weihwasser!!!
    Da nützt es auch nichts, dass die Altstadt recht beschaulich ist und auf zwei Studenten eine Kneipe kommt. Alkoholismus ist, nebenbei, kein Randproblem unter Marburger Studenten……vor allem nicht in den zahlreich vorhandenen Burschenschaften-.-

    Trotzdem wünsche ich jedem ein gutes Gelingen und die Erfüllung seiner Ziele. Und dir, Deborah, alles Gute für die Zukunft. Wir waren zwar gemeinsam in ein paar wenigen Veranstaltungen, hatten aber leider nie die Gelegenheit, uns mal kennenzulernen. Daher wäre ich auch nicht verwundert, wenn du dich nicht an meinen Namen erinnern würdest:)

    Liebe Grüße,
    Bastie

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