Skip to content

10 Dinge, die ich an Marburg hasse*

2. September 2011

* Vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber was soll’s: Die Samsthandschuhe werden in die Ecke geworfen! Nach all den Jahren Bloggen muss hier jetzt doch mal ein bisschen Feuer rein!

1. Die Uni-Bürokratie – Hass, Hass, Hass! Deshalb auch ganz sicher unangefochten auf Platz 1 dieser Liste! Raubt einem den letzten Nerv und bringt einen das eine oder andere Mal an den Rande des Wahnsinns. Irgendwie ist man dann doch fast ein klein wenig stolz, drei Jahre lang irgendwie mit ihr klar gekommen zu sein! (Aber ich will mich noch nicht zu früh freuen..wer weiß!) Eine bittere Gewissheit bleibt allerdings: Die Bürokratie ist nicht nur an der Marburger Uni so nervig…in anderen Städten wird es genauso sein. Ist doch schön, dass es etwas gibt, worauf man sich verlassen kann 😉


Schön ist was anderes – die Phil-Fak.

2. Die Bausünden Marburgs, so etwa die „schicke“ 60er-Jahre (Klotz-)Architektur der UB und die Unterführung zur Phil-Fak, die die sonst wunderschöne Stadt leider komplett verschandeln. Und dann überhaupt die unglaublich glorreiche Idee, eine Autobahn mitten durch eine Stadt zu bauen! Sachen gibt’s…

3.  Dass die Stadt einfach eine Nummer zu klein ist. Das Studentenleben findet in der Woche statt, d.h in der Regel von Montag bis Mittwoch…denn danach wird die Stadt immer leerer, weil viele über’s  Wochenende nach Hause fahren. Dass über 20.000 Studenten in dieser Stadt leben (und die eigentlich nie direkt aus Marburg stammen, sondern woanders verwurzelt sind), merkt man Marburg eben doch deutlich an, besonders in den Semesterferien. Trotz allem Gemeckers meinerseits (oh, immer diese Großstädter!) führt das aber auch zu einer beinah familiären Atmosphäre in der Stadt. Dass man auf dem Weg zur Uni mindestens drei bekannten Gesichtern begegnet oder schon genau weiß, wer morgens an der Bushaltestelle steht, hat eben irgendwie auch etwas Beruhigendes. Manchmal, aber manchmal lobt man sich hingegen wiederum die Anonymität einer Großstadt…

4. Der hässliche Wehrdaer Kaufpark. Ist eigentlich immer das Erste gewesen, was ich aus dem Zugfenster von Marburg gesehen habe (Erster Gedanke: Seufz..da bin ich also wieder!). Für Fußgänger ist er ziemlich unfreundlich gestaltet – auf den riesigen zubetonierten Parkplätzen, die die einzelnen Geschäfte miteinander verbinden, fühlt man sich halt doch etwas verloren. Ich bin trotzdem das eine oder andere Mal da gewesen. Hat mir immerhin ab und zu erspart für ein paar Einkäufe extra in die Innenstadt fahren zu müssen.Ein Rätsel ist es für mich allerdings weiterhin (und wird es immer bleiben), warum der Bus spätabends noch dort anhält, wenn doch alle Geschäfte zu haben?! Und dann tatsächlich Leute aussteigen??? WO wollen die zum Teufel so spät noch hin?! (und nein, diesem Mysterium werde ich NICHT auf den Grund gehen!)


Während der Bus zum Hauptbahnhof gurkt… lieber ’nen kleinen Spaziergang durch den Alten Botanischen Garten machen!

5. Die völlig unnötige Runde über den Bahnhof (die so gut wie alle Innenstadt-Busse fahren), die mich dazu veranlasst hat, von der E-Kirche zu Fuß durch den wunderschönen Alten Botanischen Garten zu gehen (was für ein positiver, sportlicher Nebeneffekt!) Nervig und zeitraubend ist die Verkehrsführung in der Innenstadt auf jeden Fall. Einbahnstraßen im Zentrum einer Stadt sind eben einfach eine ziemlich blöde Idee. Es zeigt aber auch, dass man es in dieser Stadt anscheinend weniger eilig hat. (siehe 6.)

6. Die Marburger Fußgängerampeln. Treiben einen in den Wahnsinn, weil man gefühlte Stunden darauf warten muss, dass sie grün werden. Praktisch allerdings, dass sie lautstark tuten, sodass man währenddessen wenigstens ein bisschen verträumt in der Gegend herumgucken kann (und dann davon wieder unsanft geweckt wird). Gleichzeitig geben die Ampel in bestimmter Art und Weise auch das Tempo dieser Stadt vor. Hier läuft eben alles gemächlicher, man rennt nicht wie in Berlin ständig hektisch durch die Gegend um von A nach B zu kommen, nein – es ist halt auch einfach völlig in Ordnung mal ein paar Minuten ganz relaxt an einer Ampel zu warten! Marburg hat mir also ein Stück weit ein entspannteres Lebensgefühl beigebracht, danke dafür! (Und das ist ernst gemeint!)


Abendbus in Wehrda – immer wieder toll, dass es ihn überhaupt gibt 😉

7. Die Tatsache, dass der letzte (für mich mögliche) Bus schon um 0.37 Uhr kommt. Schon mal was vom Wort „Nachtleben“ gehört?
Hat aber auch zu einigen sonderlichen Erlebnissen geführt:
a.) idyllische Spaziergänge durch das nächtliche Wehrda, wenn man den Bus (un)freiwillig verpasst.
b.) seltsame Busbekanntschaften gemacht, denn merke: im letzten Bus ist eigentlich so gut wie niemand mehr nüchtern (außer der Busfahrer…bleibt zumindest zu hoffen). In so einem Zustand kommt man bekanntlich leichter ins Gespräch bzw. hat ein übersteigertes Redebedürfnis! Und so unterhält man sich halt mal mit irgendwelchen Erasmus-Studenten auf Englisch… auch eine Art, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren!
c.) der letzte Bus erzwingt es quasi, dass die Abende schon eher beginnen und genau an dem Punkt enden, an dem es gerade richtig lustig wird. Aber wie sagt man so schön: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist…

8. Die Marburger Berge. Egal, wo man hingeht: fast überall muss man einen steilen Berg hochlaufen. Radfahren ist daher in dieser Stadt leider eher was für Extremsportler und Leute, die auf durchgeschwitzte Kleidung und Muskelkater stehen. Der steile Berg, den ich täglich zu meinem Haus hochlaufen muss, kann mir (selbst mit schweren Einkaufstüten und Reisekoffern) trotzdem mittlerweile nichts mehr anhaben – ha! Marburg macht einen eben doch zu einem sportlicheren (und besseren?) Menschen!

9. Die unfreundliche männliche Fahrstuhlstimme in der Phil-Fak, die einen durch die zahlreichen Etagen in den Türmen navigiert. Als Ersti zunächst erschreckt durch den sehr harschen, fast schon militärisch anmutenden Tonfall dieses Mannes, hat man sich mit den Jahren schon längst dran gewöhnt. Eben auch ein kleines Stück Unialltag. Hachja.. und weil’s so schön war, hier zum Anhören!

10. Der unheimliche Elwert-Fahrstuhl, auch „Der Fahrstuhl des Grauens“ (muahaha!) genannt. Bleibt gerne mal stehen, wenn man die Sicherheitsschranke überschreitet (völlig unabsichtlich natürlich!) Wenn man sich also mal ein bisschen gruseln will, sowieso mal wieder Bücher kaufen wollte oder einfach einen anderen Weg sucht, um in die Oberstadt zu kommen (wird von den Mitarbeitern dort aber nicht gerne gesehen!), dem sei der Elwert-Fahrstuhl sehr ans Herz gelegt.

So, genug gemotzt und gemeckert. Nichts für ungut. Marburg ist natürlich trotzdem eine schöne Stadt, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Ich hab gelernt mit all den kleinen Makeln der Stadt umzugehen und muss sogar zugeben, dass ich jeden dieser Makel doch irgendwie vermissen werde. Ein bisschen Sentimentalität schwingt eben doch mit. Denn, wie heißt es so schön: Nobody’s perfect! Und kleine Fehler machen eine Stadt vielleicht auch gerade erst so richtig sympathisch.

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 2. September 2011 21:07

    Wegen Punkt 6 spricht man hier ja auch mitunter gern von »Marburg an der Ampel« 😉

  2. joejoe permalink
    6. September 2011 12:51

    Mal ein paar total humorlose Anmerkungen zu einigen deiner Punkte von einem langjährigen Marburger, der zufällig auch hier studiert (ja, sowas gibt es tatsächlich 😉 ):
    4. In dem „Kaufpark“ gibt es soweit ich weiß auch 2 Restaurants und eine Tennishalle. Außerdem hat der tegut bis 22 Uhr geöffnet.
    5. Die Runde über den Bahnhof nervt uns Marburger sicher am meisten, ist aber für pendelnde Studenten und Schüler aus der Region, die gerne ohne lange Umsteige/Wartezeit zu ihrem Zug nach Hause kommen möchten, absolut sinnvoll.
    6. Das schöne am meist nur dahinplätschernden Marburger Verkehr ist doch, dass man die viel zu lang geschalteten Ampeln als Fußgänger oder Radfahrer ohne Konsequenzen einfach ignorieren kann. Das ist übrigens ein anderer großer Pluspunkt für Marburg: die Polizei ist nach meinen Erfahrungen in der Hinsicht wesentlich entspannter als in vergleichbaren Uni-Städten wie etwa Münster.
    7. Die Busfahrpläne sind zwar ein Ärgernis, aber bei den Spottpreisen, die man hier für TeleCar und Co zahlt nicht wirklich ein Problem, oder? Angenommen, man teilt sich eins mit der ganzen WG, kommt man schon für 1-2€ pro Person nach Hause.

  3. Marie permalink
    3. Februar 2014 11:08

    fahr doch einfach mit dem nachtexpress ? verstehe das problem nicht 😛

Trackbacks

  1. 10 Dinge, die ich an Marburg liebe* « Mein Marburg.
  2. Literarischer Jahresrückblick « Sommerdiebe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: