Skip to content

10 Dinge, die ich an Marburg liebe*

20. September 2011

*Jaja, irgendwann wird man dann halt doch ein bisschen sentimental! Auf vielfachen Wunsch kommt hier also meine Liste der Dinge, die in Marburg vielleicht doch ganz schön waren.


Wehrdaer Dorfidylle – kann auch mal schön sein.

1. Die Ruhe – manchmal zumindest. Denn was ich an Verkehrslärm von meiner Heimat Berlin gewohnt war, war schon ein ziemliches Kontrastprogramm zum ruhigen Marburger Stadtteil, in dem man selbst tagsüber sehr selten mal ein Auto vorbeifahren hört. Einfach mal nichts hören: auf jeden Fall ein schönes Erlebnis. Wenn die LKWs und Busse auf der 4-spurigen Fahrbahn vor meinem Berliner Haus vorbeibrettern…ja, ab und an hab ich mich da schon nach meinem idyllischen Wehrda gesehnt…

2. Der obligatorische Kaffee in der Mensa – gehört einfach essentiell zum Studentenleben dazu. Egal, ob man sich zwischen zwei Vorlesungen die Zeit vertreiben wollte oder nach einer wenig gelungenen Hausarbeit einfach mal ausheulen wollte, ein richtiger Mensakaffee gehörte einfach immer dazu! Bei einem guten Gespräch mit einer weißen Mensatasse in der Hand war plötzlich alles nur noch halb so schlimm. „Gehen wir noch ‘nen Kaffee trinken?“ wurde im Laufe der Zeit regelrecht zu einer rhetorischen Frage.
Ich will wirklich nicht wissen, wie viel Liter Kaffee und wie viele Mensa-Kuchenstücke (bevorzugt den mit Himbeer…mjam!) ich im Laufe der letzten 6 Semester genossen habe. Wahrscheinlich würde eine ganz unglaubliche Zahl herauskommen 😉 Auch über die vermutlich sehr hohe Stundenzahl, die ich im Bistro verbracht habe, denke ich jetzt lieber nicht länger nach (jaja, blödes Klischee: Literaturstudenten trinken dauernd Kaffee und unterhalten sich dabei über Bücher… trifft in diesem Fall wohl..zu!)
Ja, diese Tradition werde ich ganz schön vermissen…auch wenn ich mir über die nicht ganz so grandiose Qualität des Mensakaffees natürlich völlig bewusst bin! Wenn ich dann in Berlin (oder wo auch immer ich irgendwann mal lande) in irgendeinem anderen Unibistro Kaffee trinken werde, werde ich mich auf jeden Fall mit einem sehnsüchtigen Gedanken an die Marburger Kaffeetradition erinnern, so schön war’s. Schnief.

3. Die vielen Parks, Wiesen und Wälder (Lahnwiese, Afföllerwiese, Alter Botanischer Garten, das Wehrdaer Wäldchen) – Marburg ist grün! Eine Sache, die mir an der Stadt sehr gefallen hat. Wenn das Wetter schön war, gab es unzählige grüne Fleckchen Erde, auf denen man es sich gemütlich machen, lesen, picknicken, grillen, feiern, Filmriss-Programme planen oder einfach nur entspannen konnte. Hat nicht jede Stadt. Marburg macht das sehr lebenswert 🙂

4. Man kennt sich. In dieser Liste mal völlig positiv gemeint. Denn natürlich ist es auch schön, wenn man Leute auf der Straße mehrmals sieht und vielleicht die Chance hat, einen sympathischen Menschen, den man mal irgendwo kennengelernt hat, nochmal wieder zu sehen. Denn in einer kleineren Stadt wie Marburg ist es viel schwieriger sich wieder aus den Augen zu verlieren! Die Welt ist klein…in Marburg ist sie besonders klein! (und das meine ich jetzt wirklich im positiven Sinne!)

5. Die studentische Kneipenszene – auch hier verbringt man als Student einen beträchtlichen Teil der Abende. Lag aber auch teilweise einfach daran, dass sonst oft abends nicht viel los war – und Kneipe geht halt irgendwie immer. Gleichzeitig bietet Marburg einem auch einfach viele tolle besuchenswerte Kneipen und Cafés, allen voran das Sudhaus, das Cafè 1900, das Pegasus und das Felix (obwohl mir bei letzerem ganz ehrlich der redselige und sprücheklopfende Inhaber ein bisschen auf die Nerven geht.. aber nein! Das soll eine POSITIVE Liste werden). Zu später Stunde wurden dann häufig das Deli, der Hinkelstein, die Absinthbar oder auch das Bolschoi angesteuert… ich muss allerdings zugeben, dass ich in den beiden letztgenannten aus Vernunfts-, Zeit- und finanziellen Gründen bisher kein Getränk eingenommen habe. (Ob ich das in den verbleibenden zwei Wochen noch schaffe?!)

Eng mit den Kneipen Marburgs hängt natürlich auch der kulinarische Aspekt zusammen: Denn wer mehrere Jahre in Marburg gelebt hat (und vielleicht auch mal Verwandtenbesuch bekommen hat), der hat auch sicher nicht verpasst, den einen oder anderen Auflauf zu essen. Hessen hat ja wenig regionale Spezialitäten (zumindest ist mir in all den Jahren bis auf Apfelwein nichts auffallend „typisch Hessisches“ aufgefallen) – Auflauf ist aber auf jeden Fall DIE Spezialität Marburgs. Es scheiden sich allerdings die Geister, wo es den BESTEN Auflauf Marburgs gibt. Meiner Meinung nach gibt es ihn im Cafè 1900, andere schwören hingegen darauf, ihren Auflauf im Earlies oder im gleichnamigen Lokal namens Auflauf einzunehmen… vermissen werde ich ihn so oder so. Denn nirgendwo gibt es ihn wohl so günstig (und an jeder Ecke) wie in Marburg. In Berlin jibts nur Currywurscht, Döner und PomFrit. Und die Auflauftradition ist allgemein weniger ausgebaut… (zumindest ist mir das in einer üblichen Berliner Kneipe noch nicht aufgefallen)


Egal, wo man ist…fast immer sieht man das Marburger Schloss.

6. Das Marburger Schloss – wunderwunderschön! Anders kann man es einfach nicht sagen. Ich freu mich auch jedes Mal, wenn ich es schon aus der Ferne in der Sonne leuchten sehe. Auf eine Art und Weise ist es auch irgendwie beruhigend: es ist immer da. Wenn ich in der Germanistik-Bibliothek während des Bachelormarathons aus dem Fenster schaute – es war da. Wenn ich mit schweren Einkaufstüten beladen am Erlenring zum Bus hetzte – es war da! Das eine oder andere Mal war ich natürlich auch oben, der steile Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall. Ich würde sogar so weit gehen, das Schloss (vielleicht zusammen auf einer Stufe mit der E-Kirche) als schönstes Bauwerk Marburgs zu bezeichnen. 🙂

7. Die vielen tollen EuLis (und sonstigen sympathischen Menschen), die ich hier kennen gelernt habe. Lasst uns in Kontakt bleiben! Ihr könnt mich auch gerne mal in Berlin besuchen kommen 🙂 (Bin euch ja auch lang genug mit meiner Berlin-Liebe auf die Nerven gegangen! ;)) Aber vielleicht schaff ich’s ja auch mal nach NRW, Niedersachsen oder wo ihr sonst so in nächster Zeit rumschwirren werdet!

8. Wenn mal kulturell was los ist, dann aber richtig: Poetry Slams, Konzerte, Unikino, Lesungen, (Bücher-)Flohmärkte, Kurzfilmfestivals – gerade im Semester war in Marburg schon was los, man musste sich halt nur immer gut informieren (Danke Express, dass es dich gibt!) oder mit offenen Augen durch die Gegend laufen, um auch unauffällige Plakate für Veranstaltungen zu entdecken. Bunt und abwechslungsreich war’s – und ich hatte was zum Bloggen! 😀

9. Die Erkenntnis, dass es eine doch ganz gute Entscheidung war, für ein paar Jahre mal in einer neuen, kleineren Stadt zu leben. Natürlich…Berlin ist toll. Nach dem Abi hätte ich dort auch ganz gerne studiert. Es ist eben auch immer einfacher, in seinem gewohnten Trott zu verharren und sich  nicht in einer neuen Umgebung einleben, neue Freunde finden, sich eine Wohnung  suchen, überhaupt sich erstmal in einer fremden Stadt orientieren zu müssen. Aber genau dieser Sprung ins kalte Wasser war eben sehr bereichernd! Selbst wenn es einige Dinge gab, die mir hier weniger gefallen haben (siehe Hass-Liste) überwiegen doch eindeutig die positiven Eindrücke. Es war also eine gute Entscheidung, mal von der Heimat weg zu gehen – allein schon, um mal was anderes gesehen zu haben!
(Und wie man jetzt sieht: Berlin hat 3 Jahre auf mich gewartet, ich kann jetzt immer noch dahin zurückkehren ;))

10. Dass es eine Stadt ist, an die man sich immer wieder gerne zurück erinnert und über die man in vielen Jahren einmal sagen wird: „Ja, Marburg. Da habe ich mal studiert! Mann, war das eine schöne Zeit!“

Wem das jetzt alles zu lieb und nett war, der sollte vielleicht doch nochmal einen Blick auf meine Marburg-Hass-Liste werfen…

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 15. Dezember 2011 18:23

    Marburg hat wirklich viele schöne Ecken, vielen Dank für diesen Beitrag.

  2. felixag permalink
    23. März 2012 20:37

    Du hast bei den Kneipen das Havanna8 vergessen und schade, dass du weg bist. Sonst hätten wir uns wahrscheinlich noch das ein oder andere Mal im Bolschoi gesehen1

  3. Martin permalink
    27. März 2013 16:55

    Hallo, das ist wirklich eine gute Zusammenfassung! Einer meiner damaligen Kommilitonen ist mittlerweile in Marburg gestrandet, so durfte ich auch schon die Schönheit dieses Städtchens kennen lernen. Einige herrliche Impressionen von Marburg sind auch hier zu finden:
    http://www.myheimat.de/marburg/freizeit/fruehlingstour-durch-die-marburger-suedstadt-d2497188.html

    Jetzt werde ich mir noch die Hass-Liste zu Gemüte führen 😉

  4. 14. November 2015 01:33

    Paddeln auf der Lahn würde ich noch hinzufügen! Marburg ist wirklich nicht nur lebens-, sondern auch vermissenswert 🙂

Trackbacks

  1. Literarischer Jahresrückblick « Sommerdiebe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: